Osteopathie & Menstruationbeschwerden

Was sind Menstruationsbeschwerden?

 

Menstruationsbeschwerden beziehen sich auf körperliche und emotionale Beschwerden, die viele Frauen vor oder während ihrer Menstruation erleben. Diese Beschwerden können von Frau zu Frau unterschiedlich sein und reichen von leichten Unannehmlichkeiten bis hin zu starken Schmerzen. Zu den häufigsten Menstruationsbeschwerden gehören:

  • Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhö): Krampfartige Schmerzen im Unterbauch, die durch die Kontraktionen der Gebärmutter während der Menstruation verursacht werden. Dies kann von leichten Beschwerden bis zu starken Schmerzen reichen.
  • Migräne oder Kopfschmerzen: Einige Frauen erleben vor oder während ihrer Periode Kopfschmerzen oder Migräneanfälle.
  • Brustempfindlichkeit: Viele Frauen haben vor ihrer Menstruation empfindliche Brüste oder Brustschmerzen.
  • Stimmungsschwankungen: Hormonelle Veränderungen während des Menstruationszyklus können zu emotionalen Schwankungen, Reizbarkeit, Traurigkeit oder Stimmungsschwankungen führen.
  • Blähungen und Verdauungsprobleme: Einige Frauen erleben während ihrer Menstruation Blähungen, Verstopfung oder Durchfall.
  • Erschöpfung und Müdigkeit: Einige Frauen fühlen sich vor oder während ihrer Periode besonders müde oder erschöpft.

Es ist wichtig zu beachten, dass Menstruationsbeschwerden bei jeder Frau unterschiedlich ausgeprägt sind. In einigen Fällen können sie das tägliche Leben beeinträchtigen, während andere Frauen nur minimale Beschwerden haben.

 

Wie kann Osteopathie unterstützen?

 

Das Ziel der osteopathischen Behandlung besteht darin, die Beweglichkeit im Bauchraum und Unterlaib zu fördern. Darüber hinaus behandelt der/die Osteopath:in Strukturen, die anatomisch mit der Gebärmutter und Eierstöcken in Verbindung stehen. Dies schließt insbesondere das Becken, das Kreuzbein, die Wirbelsäule, die Blase, das Rektum und das Zwerchfell ein (Hebgen, 2018).

Eine bedeutende Rolle spielt dabei auch die Anregung des venolymphatischen Systems durch den/die Osteopath:in, um Stauungsdruck zu verringern. Hierfür können zirkulatorische Techniken nach Kuchera angewendet werden (Hebgen, 2018).

 

Zusätzlich versucht der/die Osteopath:in herauszufinden, warum das System eine erhöhte Spannung aufweist. Mögliche Ursachen hierfür könnten vergangene Traumata wie Fußumknicken, Unfälle, Operationen im Bauchraum oder bevorzugte Haltungen im Alltag sein.

Während der Behandlung wird der/die Osteopath:in den gesamten Körper untersuchen, um die Ursache für die vorliegende Problematik zu diagnostizieren. Daher kann es vorkommen, dass der/die Osteopath:in nicht unmittelbar mit der Behandlung im Bauchraum beginnt.

 

 

Wissenschaftliche Studien zur primären Dysmenorrhoe (Schmerzen während der Menstruation ohne klinische Ursache) belegen die Wirksamkeit der Osteopathie. Sowohl die Untersuchungen von Schwerla et al. (2014) als auch Panther et al. (2019) zeigten signifikante Verbesserungen bei den Patientinnen hinsichtlich Schmerzintensität und Anzahl der Schmerztage. In beiden Studien wurden zwei Patientengruppen gebildet, wobei eine Gruppe osteopathisch behandelt wurde und die andere keine entsprechende Therapie erhielt. In der Studie von Schwerla et al. (2014) konnte sogar eine signifikante Steigerung der Lebensqualität in der behandelten Gruppe festgestellt werden.